Presseschau: Veränderungen Kläranlage Friedberg stehen an - Aus gutem Grund

19.06.2019

Presseschau: Veränderungen Kläranlage Friedberg stehen an – Aus gutem Grund

Ein Beitrag in der Wetterauer Zeitung

Foto: Nicole Merz
Foto: Nicole Merz

90 Tonnen des Entzündungshemmers Diclofenac werden jährlich in Deutschland vermarktet. Das meiste landet über natürliche Ausscheidung im Grundwasser – ein Problem.

Kläranlagen sind gegen Medikamentenrückstände wirkungslos. So wie bei Phosphor, Keimen und Viren und Mikroplastik. Diese Problemstoffe lassen sich zumindest teilweise durch eine 4. Reinigungsstufe von Kläranlagen ausfiltern. Den Stand der Forschung stellte Thomas Fundneider von der TU Darmstadt kürzlich den politischen Gremien in Friedberg vor. Die Forscher haben das Nidda-Einzugsgebiet untersucht. Ergebnis: Zu hohe Konzentrationen von Spurenstoffen, die Ziele der EU-Wasserrahmenlinie werden teils deutlich überschritten.

In einigen größeren Kläranlagen in Deutschland wurden bereits 4. Reinigungsstufen eingebaut. Die Friedberger Kläranlage arbeite gut, sagte Fundneider. Alle gesetzlich vorgegebenen Grenzwerte würden eingehalten. Allerdings gibt es noch keine gesetzliche Reglementierung zur Spurenstoffreduktion. 80 Prozent aller Flüsse in Deutschland seien in keinem guten Zustand. Wie sollen die Kommunen folglich bauen, wenn die Festlegungen fehlen?

Auch ist laut Fundneider derzeit kein technisches Verfahren für alle Problemstoffe vorhanden. Und neben Diclofenac (das zu Nierenversagen bei Fischen und Vögeln führen kann) schwimmen im Abwasser ja auch noch Schmerzmittel, Entzündungshemmer, Asthmamittel, Psychotherapeutika und Röntgenkontrastmittel. (Als „Heilwasser“ taugt das Grundwasser deshalb aber nicht.) Fundneider stellte den Mitgliedern der Ausschüsse für Energie, Wirtschaft und Verkehr, für Stadtentwicklung und der Betriebskommission der Entsorgungsbetriebe Friedberg verschiedene Verfahren zur Spurenstoffentfernung vor: Aktivkohle, Ozonung, Sand- und Tuchfiltration, Membranfiltration, UV-Behandlung. Auch auf die Untersuchungsergebnisse des Gewässerprojekts „NiddaMan“ ging Fundneider ein.

Fusionieren Kläranlagen?

Die Stadtverordneten wollen die Kläranlage in Friedberg-Fauerbach aufrüsten. Wann, steht noch nicht fest. Die Forschung erwartet, dass sich in naher Zukunft kleinere Kläranlagen mit größeren zusammenschließen. Nicht jede kleinere Kommunen wird sich eine 4. Reinigungsstufe leisten können. Zu der Informationsveranstaltung, die von den Grünen im Stadtparlament vorgeschlagen wurde, hatte die Stadtverwaltung auch Vertreter der übrigen Nidda-Anrainer aus den Nachbarkommunen eingeladen. Die hatten offenbar allesamt selbst irgendeine Sitzung, es war keiner da.

Lesen Sie den Artikel auf https://www.wetterauer-zeitung.de/wetterau/friedberg-ort28695/friedberg-hessen-veraenderungen-klaeranlage-stehen-gutem-grund-12392419.html

zur Liste