Prozessmanagement

Prozessmanagement

Die Planungs-, Ausführungs- und Betriebsprozesse im Bau- und Umweltingenieurwesen sind gekennzeichnet durch die steigende technische Komplexität, wachsende planungs-, umwelt- und baurechtliche Anforderungen sowie durch ein hohes Maß an arbeitsteiliger Kooperation von fachlich heterogen Beteiligten an unterschiedlichen Standorten und in selbständigen Organisationen. Für eine erfolgreiche Kooperation in Planung, Ausführung und Betrieb, d. h. die Zusammenarbeit mehrerer Personen, Gruppen oder Institutionen in einem Team auf einer gemeinsamen Datengrundlage (z. B. Geoinformation, Geometrie- und Werkstoffdaten, Budget- und Termindaten, baurechtliche Randbedingungen) hin zu einem gemeinsamen Ziel, ist es erforderlich, die Prozesse der Kommunikation und der Planung einschließlich einer präzisen Schnittstellendefinition in einem Projekt zu koordinieren. Diese Koordination erfordert nicht nur die Modellierung der Prozesse der Beteiligten in bedarfsgerechter Weise, sondern zugleich ein grundlegendes Verständnis der technischen, ökonomischen, ökologischen sowie sozialen Zusammenhänge und der Anforderungen aus der individuellen Bauaufgabe. In Bezug auf aktuelle Ansätze ist die Prozesskomponente der digitalen Methode Building Information Modeling (BIM) zu nennen. Im Hinblick auf den Unikatcharakter der Bauwerke ist es erforderlich, Prozessmodelle zu erforschen, mit denen Analysen und Simulationen durchgeführt werden können, so dass die Konsequenzen von Einzelentscheidungen für den Gesamtzusammenhang im Sinne von Varianten und Alternativen allen Beteiligten verdeutlich werden können. Insbesondere durch den iterativen und teilweise baubegleitenden Charakter der Ingenieurplanungen und der Qualitätssicherung stellt die Erforschung von Methoden und Modellen für das Management von ad hoc–Prozessen unter Berücksichtigung der technischen und institutionellen Komplexität der Aufgabe eine besondere Herausforderung dar. Energie- und Ressourceneffizienz sind Querschnittsthemen, die im Kontext einer nachhaltigen Entwicklung wesentliche Zielsetzungen der Bau- und Umweltingenieurwissenschaften darstellen. Im Forschungsschwerpunkt Energie- und Ressourceneffizienz werden spezifische Methoden, Instrumente und Indikatoren entwickelt, um eine ganzheitliche Bewertung und Optimierung von Systemen zu erreichen.

Das Thema gliedert sich in verschiedene Bereiche wie beispielsweise Green Building Design, die Vernetzung von innovativen Komponenten zu einem optimierten Gebäude sowie Nachhaltiges Bauen im Bestand mit Sanierungsstrategien für Quartiere und Bestandsgebäude. Im Bereich Kreislaufwirtschaft und „Urban Mining“ werden Verfahren und Managementstrategien für ressourcen- und energieeffiziente Stoffkreisläufe auch vor dem Hintergrund der Werkstoffforschung zur energiearmen Herstellung von Materialien, entwickelt. Konzepte der nachhaltigen Wasserbewirtschaftung verknüpfen Energieerzeugung, Wasser-Wiederaufbereitung und die Rückgewinnung von Ressourcen, v.a. Phosphor. Methoden der Nachhaltigkeitsbewertung umfassen systemische Analysen, Ökobilanzen und Gebäudezertifizierung sowie Szenario-Analysen. IT-Forschung stellt maschinelle Lernmethoden und Optimierungs-Algorithmen bereit. Forschung zu Planungsinstrumenten untersucht Umsetzungsstrategien, u.a. in der Raumplanung und für kommunale Instrumente des Klimaschutzes.

 

Beteiligte Fachgebiete:

Institut für Baubetrieb; FG Landmanagement; Institut und Versuchsanstalt für Geotechnik; FG Raum- und Infrastrukturplanung; FG Wasserversorgung und Grundwasserschutz ; Institut für Massivbau; Institut für Numerische Methoden und Informatik im Bauwesen; FG Stahlbau; Institut für Statik und Konstruktion; Institut für Bahnsystem und Bahntechnik; (Institut für Straßenwesen); Institut für Verkehrsplanung und Verkehrstechnik