Projektbezeichnung
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ZirKuS – Zirkuläre Konstruktion und Statik wiederverwendeter Betonbauteile |
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| Akronym | ZirKuS |
| Projektpartner |
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| Laufzeit |
von: 01.10.2025 bis: 30.09.2027 |
| Fördergeber | DBU – Deutsche Bundesstiftung Umwelt |
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Forschungsfeld |
M+M (E+E > Energy + Environment, I+I > Information + Intelligence M+M > Matter + Materials) |
| Projektinhalt |
Die Bauwirtschaft ist einer der größten Verbraucher von Ressourcen, sowie Verursacher von CO₂-Emissionen und Abfällen. Stahlbeton als besonders energieintensiver Baustoff bildet mit über 40 Prozent den größten Anteil am Gebäudebestand in Deutschlan. Während die Wiederverwendung nichttragender Bauteile zunehmend in der Praxis ankommt, fehlt bislang ein übertragbares Verfahren für tragende Betonbauteile. Technische, rechtliche und prozessuale Hemmnisse verhindern derzeit, dass diese ressourcenintensive Materialgruppe adäquat im Stoffkreislauf gehalten wird. Das Projekt ZirKuS – Zirkuläre Konstruktion und Statik verfolgt das Ziel, praxistaugliche Methoden zur Wiederverwendung tragender Stahlbetonbauteile zu entwickeln und den Weg für eine zirkuläre Baupraxis zu ebnen. Im Fokus stehen dabei ökologische Effekte wie die Reduktion von CO₂-Emissionen, Abfallmengen und Primärrohstoffbedarf. Durch die direkte Wiederverwendung anstelle von energieintensiven Recyclings bleibt die im Beton gebundene graue Energie erhalten und die Umweltbelastung wird deutlich reduziert. Im Projekt werden rückgebaute Stahlbetonbauteile mit zerstörungsfreien Prüfverfahren analysiert, digital erfasst und in einem Versuchsbauwerk erneut eingesetzt. Neue reversible Fügedetails ermöglichen dabei eine ressourcenschonende, demontierbare Verbindung der Bauteile. Diese sollen mit standardisierter Technik kleiner und mittlerer Betriebe hergestellt werden können. Der gesamte Prozess – von der digitalen Erfassung über Planung und Aufbereitung bis zur Montage – wird prototypisch durchlaufen und ökologisch bilanziert: Erste Untersuchungen aus Vorarbeiten weisen auf CO₂e-Reduktionen und Rohstoffeinsparungen von über 60 Prozent gegenüber konventionellem Neubau hin. Darüber hinaus werden im Projekt regulatorische und vertragliche Hemmnisse identifiziert sowie Vorschläge für angepasste Prüf- und Genehmigungsverfahren entwickelt. Die Ergebnisse fließen in Handlungsempfehlungen, Lehrformate und digitale Werkzeuge ein, um Planungs- und Baupraxis für den Umgang mit wiederverwendeten Bauteilen zu befähigen. ZirKuS verbindet ökologische Zielsetzungen mit technischer und prozessualer Innovation. Das Projekt zeigt, wie ein emissionsarmes, ressourceneffizientes Bauen durch praxisnahe Bauteilaufbereitung und Wiederverwendung auf Bauteilebene durch digitale Methoden und interdisziplinäre Zusammenarbeit Wirklichkeit werden kann. |